Infoveranstaltung am 08.07.2026 · 19 Uhr

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Bunde beschließt 340 Hektar Windflächen: Landkreis Leer erfüllt Flächenziel offenbar schon über

Bunde beschließt 340 Hektar Windflächen: Landkreis Leer erfüllt Flächenziel offenbar schon über

Der Rat der Gemeinde Bunde hat grünes Licht für neue Windvorrangflächen gegeben. Nach dem Bericht der Ostfriesen-Zeitung vom 30.06.2026 sollen im Bereich Landschaftspolder/Charlottenpolder zusätzliche Windenergieanlagen entstehen; insgesamt ist von 13 neuen Anlagen die Rede.

Damit bekommt die Diskussion um den weiteren Ausbau der Windenergie im Landkreis Leer eine neue Dimension: Der Landkreis musste nach bisherigem Stand noch rund 130 Hektar zusätzliche Fläche für die Windenergienutzung ausweisen. In Bunde wurden nun jedoch 340 Hektar beschlossen. Das bedeutet: Allein durch diese Entscheidung läge der Landkreis rechnerisch bereits 210 Hektar über dem noch erforderlichen Bedarf.

Bild: KI generiert

Windkraft: Reicht ein städtebaulicher Vertrag wirklich aus?

Der nächste fragwürdige Schachzug der Verwaltung wird sichtbar.

Den Bürgerinnen und Bürgern wurde politisch ein Schutzabstand zugesagt: Windkraftanlagen sollten mindestens das Dreifache ihrer eigenen Höhe von der Wohnbebauung entfernt stehen. Bei einem Abstand von 600 Metern bedeutet das ganz einfach: Die Anlagen dürften maximal 200 Meter hoch sein.

Genau diese Begrenzung soll nun offenbar über einen städtebaulichen Vertrag abgesichert werden. Auf dieser Grundlage hat die Politik den Flächen zugestimmt.

Doch genau hier liegt das Problem: Das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen hat bereits in einem vergleichbaren Fall entschieden, dass ein solcher städtebaulicher Vertrag kein sicherer Ersatz für eine saubere Bauleitplanung ist. In dem Fall durfte die vertragliche Höhenbegrenzung nicht als wirksames Steuerungsinstrument herhalten.

Mit anderen Worten: Ein Vertrag kann beruhigend klingen. Er kann aber rechtlich deutlich weniger wert sein, als viele glauben.

Wenn die Flächen erst einmal ausgewiesen sind, wird der politische Einfluss im späteren Genehmigungsverfahren erheblich kleiner. Dann zählen nicht mehr politische Versprechen, sondern das, was rechtlich verbindlich und sauber geplant wurde.

Besonders brisant: Moderne Windkraftanlagen erreichen heute häufig Höhen von rund 250 Metern. Gleichzeitig heißt es vor Ort, es gebe wegen der Bundeswehr möglicherweise eine maximale Höhe von 218 Metern. Ob diese Grenze tatsächlich belastbar und verbindlich ist, muss jedoch überprüft werden.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

Wurde den Bürgern ein Schutzabstand versprochen?

Sondern:

Ist die maximale Anlagenhöhe von 200 Metern rechtssicher, verbindlich und dauerhaft in der Planung festgeschrieben — oder steht sie am Ende nur in einem Vertrag, der im Ernstfall nicht trägt?

Bild: KI generiert (Symbolbild)

Oberwiera: XXL-Windrad wird nach Lärmklagen wieder abgebaut

Nur rund zweieinhalb Jahre nach seiner Inbetriebnahme soll eine der leistungsstärksten Windkraftanlagen Sachsens wieder demontiert werden. Die Anlage steht in Oberwiera im Landkreis Zwickau, ist insgesamt rund 250 Meter hoch und war erst Ende 2023 ans Netz gegangen.

Hintergrund sind anhaltende Beschwerden über Lärm und offenbar auch über tieffrequente Geräusche beziehungsweise Infraschall. Anwohner aus den umliegenden Dörfern klagten in den vergangenen Monaten immer wieder über Belastungen, die vor allem den Schlaf und die Erholung beeinträchtigt haben sollen. Die „Freie Presse“ berichtete, das XXL-Windrad habe das Nervenkostüm der Einwohner „arg strapaziert“. An erholsamen Schlaf oder einen entspannten Nachmittag sei kaum noch zu denken gewesen, seit die Anlage Strom erzeuge.

Wie das Landratsamt mitteilte, informierte der Betreiber die zuständige Umweltbehörde am 16. Juni 2026 fristgerecht über den geplanten Rückbau. Die Demontage soll ab Juli durch den Hersteller Vestas erfolgen.

Obwohl für das Windrad eine uneingeschränkte Betriebsgenehmigung vorlag, lief die Anlage laut Medienberichten von Beginn an nur mit reduzierter Leistung. Gemeinsam mit dem Hersteller wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Geräuschentwicklung zu verringern. Sogar das Getriebe wurde ausgetauscht. Die Verbesserungen reichten jedoch offenbar nicht aus, um die Beschwerden dauerhaft zu beenden.

Mit einer Leistung von sechs Megawatt hätte das Windrad rechnerisch rund 5.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Die Investitionskosten lagen bei etwa zehn Millionen Euro. Zu den finanziellen Folgen des Rückbaus machten Betreiber und Hersteller keine Angaben.

Die Demontage gilt als aufwendig. Allein die 81 Meter langen Rotorblätter erfordern umfangreiche Transportvorbereitungen und zeitweise Straßensperrungen.

Der Fall fällt in eine Zeit, in der Sachsen beim Ausbau der Windenergie weiterhin hinter vielen anderen Bundesländern zurückliegt. 2025 gingen im Freistaat lediglich 13 neue Windkraftanlagen ans Netz. Zudem ist der bestehende Anlagenbestand mit einem Durchschnittsalter von rund 20,8 Jahren der älteste in Deutschland.

Weiterführende Informationen und Quellen

Ausbaugebiete Moormerland:
Teilflächennutzungsplan Windenergie Moormerland ansehen

Aktuelle Redispatch-Maßnahmen (Abschaltungen) im EWE-Gebiet auf einer Karte dargestellt:

EWE Netzampel ansehen

Abgeschlossene Redispatch-Maßnahmen (Abschaltungen) in Listenform mit Eingrenzung via Datum:

Abgeschlossene Redispatch-Maßnahmen ansehen

Studie der Universitätsmedizin Mainz zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen:

Kongressbeitrag der Universitätsmedizin Mainz ansehen

Artikel: „Machen Windräder Menschen krank?“

Beitrag im Nordkurier lesen

Ärzteblatt: deutliche Worte gegenüber der Politik

Artikel im Ärzteblatt lesen

Windenergieanlagen, Gesundheit und Infraschall

Vortrag von Dr. med. Stephan Kaula, DSGS e.V.:
Vortrag als PDF ansehen

Infraschall und Mikrozirkulation

Infraschall kann bei Menschen und Tieren die Innenwand der Blutgefäße schädigen und die feine Durchblutung kleinster Gefäße stören. Ursache ist vermutlich, dass mechanische Reize im Körper fehlerhaft in Zellreaktionen umgewandelt werden.
Studie zur Mikrozirkulation ansehen

Infraschall und tieffrequenter Schall – ein Thema für den umweltbezogenen Gesundheitsschutz in Deutschland?

RKI-Publikation zu Infraschall und tieffrequentem Schall ansehen

Zu laut – XXL-Windrad wird abgebaut

Eine genehmigte Anlage, die alle Vorschriften einhält, wird freiwillig demontiert, weil es bis 2 km Entfernung unzumutbar ist.
Artikel bei t-online lesen

Für Hausbesitzer können Windkraftanlagen einen Verlust von Zehntausenden Euro bedeuten

Artikel in der Welt lesen

Urteil gegen Windpark in Frankreich – Schadenersatz für Wertminderung von Immobilien
Bericht bei Blackout News lesen

Sieg der Schlaflosen

„Es ist kein Windrauschen. Es ist ein Vibrieren.“

Wer noch nie in der Nähe einer großen Windkraftanlage geschlafen hat, kann sich kaum vorstellen, wovon die Menschen in Baiereck sprechen. Es ist kein romantisches Rauschen wie Blätter im Wind. Es ist ein tieffrequentes Pulsieren — ein Infraschall, den man nicht hört, sondern fühlt. Im Brustkorb. Im Kopf. In den Zähnen.

„Man liegt im Bett und weiß nicht, warum man nicht schlafen kann“, beschreibt eine Anwohnerin ihren Alltag. „Dann merkst du: Es ist dieses Vibrieren. Es hört nicht auf.“

Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herzrasen — was klingt wie eine Liste aus einem Beipackzettel, wurde für Dutzende Familien in Baiereck zur täglichen Realität. Kinder kamen morgens übermüdet in die Schule. Ältere Menschen klagten über Erschöpfung, die sich nicht erklären ließ. Und die Behörden? Die verwiesen auf Messungen — direkt am Mast der Anlage. Alles im Normbereich, hieß es. Alles in Ordnung.

Nur im Dorf war eben nichts in Ordnung....

Hier weiterlesen: https://buergerinitiative-pronatur.de/