Der Aktuelle Artikel der Bürgerinitiative Fair Wind ist hier zu finden: klick auf das Bild
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Die einst größte Windkraftanlage Sachsens wird im Glauchauer Ortsteil Oberwiera nach nur wenigen Betriebsjahren wieder abgebaut. Seit der Inbetriebnahme Ende 2023 hatten Anwohner über einen tiefen, störenden Brummton geklagt – obwohl die gesetzlichen Lärmgrenzwerte eingehalten wurden. Ein Austausch des Getriebes brachte keine Verbesserung. Schließlich einigten sich der örtliche Investor und der Hersteller Vestas auf den Rückbau der Anlage. Für die betroffenen Anwohner bedeutet das vor allem mehr Ruhe. Der Fall hat auch die Diskussion über ausreichende Abstände zwischen Windrädern und Wohnhäusern neu entfacht.
Bunde beschließt 340 Hektar Windflächen: Landkreis Leer erfüllt Flächenziel offenbar schon über
Der Rat der Gemeinde Bunde hat grünes Licht für neue Windvorrangflächen gegeben. Nach dem Bericht der Ostfriesen-Zeitung vom 30.06.2026 sollen im Bereich Landschaftspolder/Charlottenpolder zusätzliche Windenergieanlagen entstehen; insgesamt ist von 13 neuen Anlagen die Rede.
Damit bekommt die Diskussion um den weiteren Ausbau der Windenergie im Landkreis Leer eine neue Dimension: Der Landkreis musste nach bisherigem Stand noch rund 130 Hektar zusätzliche Fläche für die Windenergienutzung ausweisen. In Bunde wurden nun jedoch 340 Hektar beschlossen. Das bedeutet: Allein durch diese Entscheidung läge der Landkreis rechnerisch bereits 210 Hektar über dem noch erforderlichen Bedarf.
Der nächste fragwürdige Schachzug der Verwaltung wird sichtbar.
Den Bürgerinnen und Bürgern wurde politisch ein Schutzabstand zugesagt: Windkraftanlagen sollten mindestens das Dreifache ihrer eigenen Höhe von der Wohnbebauung entfernt stehen. Bei einem Abstand von 600 Metern bedeutet das ganz einfach: Die Anlagen dürften maximal 200 Meter hoch sein.
Genau diese Begrenzung soll nun offenbar über einen städtebaulichen Vertrag abgesichert werden. Auf dieser Grundlage hat die Politik den Flächen zugestimmt.
Doch genau hier liegt das Problem: Das Oberverwaltungsgericht Niedersachsen hat bereits in einem vergleichbaren Fall entschieden, dass ein solcher städtebaulicher Vertrag kein sicherer Ersatz für eine saubere Bauleitplanung ist. In dem Fall durfte die vertragliche Höhenbegrenzung nicht als wirksames Steuerungsinstrument herhalten.
Mit anderen Worten: Ein Vertrag kann beruhigend klingen. Er kann aber rechtlich deutlich weniger wert sein, als viele glauben.
Wenn die Flächen erst einmal ausgewiesen sind, wird der politische Einfluss im späteren Genehmigungsverfahren erheblich kleiner. Dann zählen nicht mehr politische Versprechen, sondern das, was rechtlich verbindlich und sauber geplant wurde.
Besonders brisant: Moderne Windkraftanlagen erreichen heute häufig Höhen von rund 250 Metern. Gleichzeitig heißt es vor Ort, es gebe wegen der Bundeswehr möglicherweise eine maximale Höhe von 218 Metern. Ob diese Grenze tatsächlich belastbar und verbindlich ist, muss jedoch überprüft werden.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
Wurde den Bürgern ein Schutzabstand versprochen?
Sondern:
Ist die maximale Anlagenhöhe von 200 Metern rechtssicher, verbindlich und dauerhaft in der Planung festgeschrieben — oder steht sie am Ende nur in einem Vertrag, der im Ernstfall nicht trägt?
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