Bunde beschließt 340 Hektar Windflächen: Landkreis Leer erfüllt Flächenziel offenbar schon über
Der Rat der Gemeinde Bunde hat grünes Licht für neue Windvorrangflächen gegeben. Nach dem Bericht der Ostfriesen-Zeitung vom 30.06.2026 sollen im Bereich Landschaftspolder/Charlottenpolder zusätzliche Windenergieanlagen entstehen; insgesamt ist von 13 neuen Anlagen die Rede.
Damit bekommt die Diskussion um den weiteren Ausbau der Windenergie im Landkreis Leer eine neue Dimension: Der Landkreis musste nach bisherigem Stand noch rund 130 Hektar zusätzliche Fläche für die Windenergienutzung ausweisen. In Bunde wurden nun jedoch 340 Hektar beschlossen. Das bedeutet: Allein durch diese Entscheidung läge der Landkreis rechnerisch bereits 210 Hektar über dem noch erforderlichen Bedarf.
Bunde schafft mehr Fläche als der Landkreis Leer noch benötigt
Die Ausgangslage war klar: Für den Landkreis Leer standen bislang noch etwa 130 Hektar aus, um die geforderte Flächenquote für Windenergie zu erfüllen. Diese Quote muss nach bisherigem Verständnis bis etwa 2032 erreicht werden.
Mit dem Beschluss in Bunde verändert sich die Lage grundlegend. Statt 130 Hektar werden nun in einer einzelnen Gemeinde des Landkreises 340 Hektar für Windenergie auf den Weg gebracht. Das ist mehr als das Zweieinhalbfache dessen, was nach bisherigem Stand noch erforderlich gewesen wäre.
Anders ausgedrückt: Wenn der Restbedarf des Landkreises tatsächlich bei 130 Hektar liegt, dann wird die Quote durch den Bunder Beschluss nicht nur erfüllt, sondern deutlich übererfüllt.
Drei neue Windvorrangflächen im Bereich Bunderhee und Charlottenpolder
Die Ostfriesen-Zeitung berichtet, dass der Rat in Bunde drei neue Windvorrangflächen beschlossen hat. Im Bereich Charlottenpolder sollen demnach 13 zusätzliche Windenergieanlagen geplant sein.
Auch der Entwurf zur 40. Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Bunde vom Januar 2026 zeigt, worum es planerisch geht: Gegenstand der Planung ist die Ausweisung von Sonderbauflächen für die Windenergienutzung. Der Geltungsbereich umfasst drei Teilbereiche mit den Bezeichnungen A, B1 und B2. Diese Flächen liegen östlich und westlich des Heerenweges sowie nördlich des Ditzum-Bunder-Sieltiefs.
Damit ist klar: Es handelt sich nicht um eine kleine Ergänzung bestehender Windparks, sondern um eine erhebliche planerische Erweiterung.
Was bedeutet das für die Bürgerinnen und Bürger?
Für die betroffenen Ortsteile, insbesondere im Bereich Bunderhee, Landschaftspolder und Charlottenpolder, ist diese Entscheidung von großer Bedeutung. Windenergieanlagen dieser Größenordnung verändern das Landschaftsbild dauerhaft. Sie wirken nicht nur auf die direkte Umgebung, sondern auf weite Teile der offenen ostfriesischen Landschaft.
Die Ostfriesen-Zeitung weist zudem darauf hin, dass in Bunde bereits Windenergieanlagen bestehen und dass nun insbesondere der Windpark Charlottenpolder wachsen soll. Für Anwohnerinnen und Anwohner stellt sich deshalb die Frage, ob der weitere Ausbau noch verhältnismäßig ist, wenn der Landkreis Leer sein Flächenziel durch diese Planung bereits übertrifft.
Warum wird weiter ausgewiesen, obwohl das Ziel offenbar erreicht ist?
Genau hier liegt der zentrale Punkt: Wenn der Landkreis Leer tatsächlich nur noch rund 130 Hektar ausweisen musste, dann ist mit den nun beschlossenen 340 Hektar in Bunde der gesetzliche oder planerische Bedarf rechnerisch mehr als erfüllt.
Das wirft politische Fragen auf:
Warum werd
en mehr Flächen beschlossen, als zur Zielerreichung notwendig erscheinen? Welche Rolle spielen gemeindliche Einnahmeerwartungen? Und warum wird den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern weiterhin der Eindruck vermittelt, der Ausbau sei zwingend in diesem Umfang erforderlich?
Die Bauleitplanung der Gemeinde Bunde zeigt, dass das Verfahren bereits Anfang 2026 formell vorangetrieben wurde. Der Verwaltungsausschuss stimmte am 29.01.2026 den Entwürfen zur Änderung des Flächennutzungsplans zu und beschloss die Öffentlichkeitsbeteiligung.
Fazit: Flächenziel erreicht – jetzt braucht es Maß und Abstand
Der Beschluss in Bunde zeigt deutlich: Der Landkreis Leer scheint seine noch offene Windflächenquote mit dieser Planung nicht nur zu erfüllen, sondern deutlich zu überschreiten. Aus ursprünglich noch erforderlichen 130 Hektar werden nun 340 Hektar in einer einzigen Gemeinde.
Für uns ist deshalb klar: Wenn die Quote erfüllt ist, darf es keinen Automatismus für immer weitere Windvorrangflächen geben. Bürger, Landschaft und Wohnumfeld brauchen Schutz. Der Ausbau der Windenergie darf nicht grenzenlos erfolgen, sondern muss mit Augenmaß, Transparenz und ausreichendem Abstand zu Wohngebieten geplant werden.
Quellenhinweis: Grundlage dieses Beitrags sind der Bericht der Ostfriesen-Zeitung vom 30.06.2026 sowie der Entwurf zur 40. Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Bunde vom 30.01.2026.
Weitere Quellen:
https://ratsinfo.gemeinde-bunde.de/bi/vo0050.asp?__kvonr=3127&smcspf=4
https://www.gemeinde-bunde.de/fileadmin/co_system/bunde/media/Editorial/Gemeinde/
